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Off-Topic: ''Universelles Leben'' und Tierschutz
Veröffentlicht von ğış am Donnerstag, 25. August 2005 ( mal gelesen)
Quelle: http://www.aktion-kirche-und-tiere.de/index.php?client=1&lang=1&idcatart=1432
"Universelles Leben" und Tierschutz
Seit geraumer Zeit sorgt die Glaubensgemeinschaft `Universelles Leben` (UL) innerhalb der Tierschutz- / Tierrechtsbewegung für reichlich Unruhe. Diese Organisation drängt immer offensiver mit Tierschutzthemen in die Öffentlichkeit, z.B. mit sehr gut gemachten Plakatwänden, Zeitschriften etc. Dies wäre aus tierschützerischer Sicht nicht zu beanstanden, würde mit Hilfe dieses Vehikels nicht der Versuch unternommen, die hinter der Organisation stehende Philosophie mit zu transportieren und Menschen für eine letztlich totalitäre Sekte zu gewinnen. Außerdem entsteht durch den gewählten Namen `Urchristen` für Außenstehende der Eindruck, dass hier das tatsächliche Evangelium Jesu Christi im Mittelpunkt stehen würde. Das stimmt nicht.
Nicht Bibel und Evangelium stehen im Mittelpunkt, sondern angeblich tieferes Wissen.
Jesus wird immer wieder als Vegetarier vereinnahmt, ebenso einige seiner Jünger. Das würden sich natürlich christliche Tierschützer wie wir wünschen. Aber die Quellenlage hierzu ist nicht ganz so eindeutig.
Zentrale Figur des UL ist die `Prophetin` Gabriele Wittek, die sich selbst als `Sprachrohr Gottes`, als `das größte Gottesinstrument nach Jesus von Nazareth` versteht. Trotz dieser Rückbezüge auf Jesus Christus und der Bezeichnung `Urchristen` vertritt UL kaum christliche Inhalte. Neben `Anleihen` bei ostasiatischen Religionen (Karma- und Reinkarnationslehre) sind auch esoterische Inhalte zu finden. Auch Ufologie ist UL nicht fremd, eben ein Mix aus verschiedensten Quellen. Traditionelle Institutionen wie Ehe und Familie werden abgewertet oder " wie Staat, Kirche und Gesellschaft " abgelehnt und bekämpft, soweit sie sich nicht den Vorstellungen des UL fügen. Wie bei Sekten nicht unüblich, ist das Heil an eine Person (Wittek) gebunden, bzw. von der von dieser Person vertretenen Lehre abhängig. Persönliche Bindungen und materielles Vermögen sollten zugunsten des `Gemeinwohls` aufgegeben werden. Aussteiger beschreiben UL als totalitäre Organisation, die wenig Freiheit für den Einzelnen lässt.
Mit UL hat sich kürzlich auch die `Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen` auseinander gesetzt (www.ezw-berlin.de) und ein `Kompaktinfo` hierzu zusammengestellt. Neben einer guten Übersicht über den Werdegang der Organisation, der Philosophie sowie einer Beurteilung kann dieser Info auch eine Literaturliste entnommen werden, die einen tieferen Einstieg in die Welt des UL ermöglicht.
Im Tierschutz ist UL vielfältig aktiv. Zum einen propagiert UL vegetarische Ernährung, bekämpft vorrangig die Jagd und bietet über verbundene Unternehmen ökologische, vegetarische Produkte an (Gut zum Leben, Lebe Gesund, Hin zur Natur). Außerdem vertreibt sie über einen eigenen Verlag gut gemachte Zeitschriften zum Thema `Tierschutz` und `vegetarische Ernährung`.
Wir empfehlen folgendes:
* Menschen, die über den Tierschutz in Kontakt zu UL treten, sollten sich vorher sehr genau mit dieser Organisation auseinandersetzen und sich fragen, ob sie der obskuren Philosophie tatsächlich Glauben schenken wollen.
* Menschen, die die propagierte (aber nicht umgesetzte) Grundidee " eine Versöhnung von Mensch und Natur, Nächstenliebe auch gegenüber Tieren - als erstrebenswertes Ziel ansehen, sollten versuchen, diese leider viel zu selten in `den Kirchen` vertretene Denkrichtung dort einzuführen. Dies ist zwar ein wichtiges und ein lohnendes christliches Ziel.
`Die Kirche` ist nicht eine Institution `da oben`, sondern die Summe der von Gott selbst gerufenen Menschen vor Ort. Jeder Einzelne prägt das Bild dieser Kirche mit. Und: Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Fürsorge sind jüdisch christliche Werte, die darauf warten, im Namen Jesu neu gefüllt zu werden. Dafür brauchen wir keine selbsternannten Prophetinnen wie Gabriele Wittek, sondern nur unser eigenes Herz und unseren eigenen Verstand.
12.08.2005
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